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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 14.09.2017

Ausübung von Stock Options als einkommensteuerpflichtige Lohneinkünfte

Wird einem Arbeitnehmer im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses ein nicht handelbares Optionsrecht auf den späteren Erwerb von Aktien zu einem bestimmten Übernahmepreis gewährt, fließt ein geldwerter Vorteil dem Arbeitnehmer erst zu, wenn dieser die Option ausübt und der Kurswert der Aktien den Übernahmepreis übersteigt. Das entschied das Finanzgericht Münster (Az. 12 K 930/14).

Im vorliegenden Fall erzielte der Kläger aus seiner Tätigkeit als Angestellter für die Firma X-AG Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Nach dem Aktienoptionsplan 2001 räumte die X-AG dem Kläger das Recht ein, gewisse Mengen Stückaktien der X-AG zu bestimmten Bezugspreisen zu erwerben. Der Kläger eröffnete zu diesem Zweck bei seiner Bank ein Aktienoptionskonto. Im Streitjahr 2007 übte der Kläger seine Bezugsrechte für die in den Zuteilungsjahren 2002, 2003 und 2004 und am 7. Dezember 2007 für die im Zuteilungsjahr 2005 zugeteilten Stock Options aus. Das Finanzamt berücksichtigte den Überschuss aus dem Verkauf der Stock Options als geldwerten Vorteil bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Der Kläger war jedoch der Ansicht, dass die Erlöse aus dem Verkauf nicht Teil der lohnsteuerpflichtigen Vergütung seien, wenn diese nicht gesondert und ausdrücklich im Arbeitsvertrag des Angestellten vereinbart seien.

Das Finanzgericht München entschied, dass die verbilligte Überlassung von Aktien durch den Arbeitgeber zutreffend vom Finanzamt als geldwerter Vorteil bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit und im Streitjahr 2007 als zugeflossen behandelt wurde.

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